Ausgangslage
In vielen Handels- und Fertigungsprozessen reicht eine „flache“ Artikelanlage nicht aus, wenn Produkte konfiguriert werden müssen. Typisches Beispiel: Ein Fahrzeug (Basisprodukt) wird verkauft oder intern disponiert, und dazu gibt es passende Erweiterungen/Zubehör. In der Praxis entstehen dann zwei wiederkehrende Probleme:
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Im Vorgang (Angebot/Auftrag/Bestellung) werden unpassende Artikel ergänzt, weil das System keine Abhängigkeiten kennt.
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Die Artikelauswahl wird unübersichtlich, weil Anwender:innen aus sehr vielen Artikeln „von Hand“ die richtigen kombinieren müssen.
Lösung: Master/Slave/Subslave-Logik (3-stufig)
Wir haben eine Customization entwickelt, mit der sich in Haufe X360 eine Master/Slave-Artikellogik abbilden lässt. Ziel ist es, Artikel regelbasiert miteinander in Beziehung zu setzen und die Auswahl im Vorgang zu führen.
Konzept:
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Master: das Basisprodukt (z. B. Fahrzeugmodell)
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Slave: kompatible Erweiterungen/Optionen (z. B. Ausstattungspakete, Zubehör)
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Subslave: optionale Unterkomponenten/abhängige Erweiterungen (z. B. Zubehör zum Paket, Ergänzungen, Varianten)
Damit lassen sich Kompatibilitätsregeln sauber abbilden: Zu einem gewählten Master dürfen nur die dafür freigegebenen Slaves/Subslaves hinzugefügt werden.
Kernnutzen
1) Fehlervermeidung („nur passend zum Master“)
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Es wird verhindert, dass Anwender:innen Artikel hinzufügen, die nicht kompatibel sind.
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Das reduziert Nacharbeit, Stornos, Rückfragen und Falschlieferungen.
2) Schneller konfigurieren durch geführte Auswahl
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Artikel werden im Vorgang automatisch nach dem gewählten Master gruppiert.
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Passende Slaves/Subslaves erscheinen strukturiert, statt über Suche/Listen mühsam ausgewählt zu werden.
3) Einheitliche Prozesslogik und höhere Datenqualität
- Standardisierte Konfigurationen sorgen für konsistente Belege und bessere Auswertbarkeit (z. B. welche Pakete wurden zu welchem Master verkauft).
Wie es im Prozess funktioniert (vereinfacht)
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Anwender:in wählt einen Master-Artikel im Beleg (z. B. Angebot/Auftrag/Bestellung).
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Das System zeigt anschließend nur noch zulässige Slave-Artikel für diesen Master an bzw. erlaubt nur diese.
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Wird ein Slave gewählt, können optional passende Subslaves angeboten/zugelassen werden (abhängig vom gewählten Slave und/oder Master).
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Die Belegpositionen werden sichtbar gruppiert (Master als „Klammer“, darunter die zugeordneten Slaves/Subslaves).
Typische Einsatzszenarien
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Konfigurierbare Produkte (Fahrzeuge, Maschinen, Anlagen, IT-Hardware-Bundles)
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Zubehör-/Add-on-Logik (nur kompatibles Zubehör je Basismodell)
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Service-/Wartungsverträge passend zu Produktvarianten
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Bundles/Sets mit optionalen Erweiterungsstufen
Fachliche Regeln, die abbildbar sind
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„Slave A ist nur zulässig für Master X und Y“
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„Subslave C ist nur zulässig, wenn Slave B gewählt wurde“
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„Bestimmte Kombinationen sind ausgeschlossen“ (z. B. Option 1 und Option 2 nicht gemeinsam)
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„Pflichtoptionen“ (optional, falls gewünscht): zu Master X muss mindestens ein Paket gewählt werden
(Welche Regeltypen genau umgesetzt sind, hängt von eurer konkreten Ausprägung ab; das Grundprinzip ist darauf ausgelegt, solche Kompatibilitäten systematisch abzubilden.)
Voraussetzungen und Empfehlungen
Damit die Logik nachhaltig funktioniert, empfehlen wir:
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Saubere Artikelstammdaten (Artikeltypen/Warengruppen, eindeutige Benennung, Status aktiv/inaktiv)
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Ein klarer Owner-Prozess für die Pflege der Beziehungen (wer darf Master/Slave-Zuordnungen ändern?)
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Eine Governance für neue Artikel: „erst Beziehung definieren, dann freigeben“
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Testfälle/Regelsatz: 10–20 typische Konfigurationen als Regressionstest
Grenzen und typische Stolperfallen
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Je komplexer die Produktlogik, desto wichtiger sind klare Pflegeprozesse und ein sauberer „Regelbaukasten“.
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Ohne definierte Verantwortlichkeiten entstehen schnell Ausnahmen („bitte einmal schnell freischalten“) – das untergräbt die Datenqualität.
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Bei sehr großen Artikelmengen ist eine sinnvolle Gruppierung/Hierarchie entscheidend, damit die geführte Auswahl wirklich schneller ist.
Bereitstellung und Anpassungen
Die Lösung wird als Customizing/Customization in Haufe X360 bereitgestellt.
Erweiterungen (z. B. zusätzliche Regeltypen, spezifische UI-/Beleglogiken, weitere Stufen, Sondervalidierungen) erfolgen nach Aufwand.