Neues Modul in Haufe X360 | Integrierte Prozessfertigung für rezeptur- und chargenbasierte Produktionsprozesse

:rocket: Neu in Haufe X360: Integrierte Prozessfertigung für rezeptur- und chargenbasierte Produktionsprozesse

Mit dem neu eingeführten Modul Prozessfertigung erweitert Haufe X360 sein Cloud-ERP um spezialisierte Funktionen für Unternehmen, die nicht mit klassischen diskreten Stücklisten, sondern mit Rezepturen, Mischungen, Chargen, Zwischenprodukten und variablen Produktionsmengen arbeiten.

Damit können nun auch komplexe rezeptur- und chargenbasierte Herstellungsprozesse direkt in Haufe X360 geplant, gesteuert, dokumentiert und ausgewertet werden – von der Entwicklung einer Rezeptur über die Materialbedarfsplanung und Produktionsdurchführung bis hin zur Qualitätskontrolle, Chargenrückverfolgung und Kostenanalyse.

Das Besondere dabei: Die Prozessfertigung ist vollständig in Haufe X360 integriert. Einkauf, Lager, Produktion, Qualitätsmanagement, Vertrieb und Finanzbuchhaltung greifen dadurch auf eine gemeinsame Datenbasis zu. Zusätzliche Insellösungen, manuelle Übertragungen oder parallel gepflegte Excel-Listen lassen sich so deutlich reduzieren.

Was ist Prozessfertigung?

In der klassischen diskreten Fertigung entstehen Produkte in der Regel aus einzelnen, klar zählbaren Bauteilen – beispielsweise Maschinen, Geräte oder Baugruppen.

In der Prozessfertigung werden dagegen Rohstoffe nach einer definierten Rezeptur verarbeitet, gemischt, erhitzt, getrennt, abgefüllt oder anderweitig verändert. Das Ergebnis kann anschließend in unterschiedliche Verpackungsgrößen, Gebinde oder Produktvarianten aufgeteilt werden.

Typische Merkmale der Prozessfertigung sind:

  • rezeptur- oder formelbasierte Herstellungsprozesse
  • Verarbeitung von Rohstoffen nach Gewicht, Volumen oder Konzentration
  • Produktion in Chargen oder Teilchargen
  • Zwischenprodukte innerhalb mehrstufiger Herstellungsprozesse
  • Nebenprodukte, Ausschuss und Produktionsverluste
  • unterschiedliche Verpackungs- und Gebindegrößen
  • hohe Anforderungen an Qualität, Dokumentation und Rückverfolgbarkeit
  • flexible Umrechnung zwischen verschiedenen Mengeneinheiten

Das neue Modul unterstützt genau diese Anforderungen innerhalb der Haufe-X360-Systemumgebung.

Für welche Unternehmen ist das Modul interessant?

Die Prozessfertigung richtet sich insbesondere an Unternehmen, deren Produkte auf Rezepturen, Formeln oder Mischungsverhältnissen basieren.

Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen:

  • Lebensmittelproduktion
  • Getränkeherstellung
  • Chemie
  • Pharma
  • Kosmetik
  • Farben und Lacke
  • Reinigungs- und Pflegemittel
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Tiernahrung
  • Kunststoffe
  • Baustoffe
  • weitere rezeptur- und chargenbasierte Produktionsbereiche

Gerade in diesen Branchen müssen Unternehmen nicht nur Materialien und Produktionsmengen verwalten. Sie müssen auch Rezepturversionen, Qualitätsmerkmale, Chargen, Produktionsverluste, alternative Rohstoffe, Freigaben, Etiketten und regulatorische Anforderungen zuverlässig abbilden.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick

1. Zentrale Rezeptur- und Herstellvorschriftenverwaltung

Eine zentrale Grundlage der Prozessfertigung ist die Verwaltung von Rezepturen und Herstellvorschriften.

Mit dem neuen Modul können Rezepturen direkt im ERP-System angelegt, gepflegt und für die Produktion verwendet werden. Dabei werden sowohl Gewicht und Volumen als auch diskrete Maßeinheiten unterstützt.

Zu den Funktionen gehören unter anderem:

  • zentrale Verwaltung von Rezepturen und Herstellvorschriften
  • Unterstützung von Gewicht, Volumen und Stückeinheiten
  • Definition unterschiedlicher Rezept- und Chargengrößen
  • automatische Mengenumrechnungen
  • Verwaltung verschiedener Rezepturversionen
  • Revisionskontrolle
  • Freigabe-Workflows
  • Dokumentation von Änderungen
  • Skalierung von Rezepturen auf unterschiedliche Produktionsmengen
  • Unterstützung verschiedener Verpackungsvarianten
  • Ertrags- und Ausbeuteverfolgung

Dadurch wird sichergestellt, dass in der Produktion immer mit einer gültigen und freigegebenen Rezeptur gearbeitet wird.

Manuelle Umrechnungen und separat geführte Rezepturdokumente können reduziert werden. Gleichzeitig bleibt nachvollziehbar, welche Version einer Rezeptur zu welchem Zeitpunkt und für welche Charge verwendet wurde.

2. Flexible Rezepturskalierung

In der Prozessfertigung wird eine Rezeptur selten immer in exakt derselben Menge produziert.

Je nach Auftrag, Lagerbestand, Maschinenkapazität oder gewünschter Verpackungsgröße kann es notwendig sein, eine Rezeptur flexibel zu skalieren.

Das Modul ermöglicht unter anderem die Berechnung einer Chargengröße anhand von:

  • Zielmenge
  • verfügbarem Rohstoff
  • Konzentration
  • Gewicht
  • Volumen
  • Maschinenkapazität
  • Arbeitsplatz- oder Ressourcenkapazität

Die erforderlichen Materialmengen werden entsprechend angepasst. So lassen sich auch kleinere oder größere Produktionsmengen auf Basis derselben Grundrezeptur planen.

3. Materialsubstitution und alternative Rohstoffe

Rohstoffe sind nicht immer in der ursprünglich geplanten Form oder Menge verfügbar. Gleichzeitig können sich Einkaufspreise, Lieferzeiten oder Qualitätsanforderungen verändern.

Das Modul unterstützt deshalb die Verwendung alternativer Rohstoffe, ohne dass dafür die ursprüngliche Grundrezeptur dauerhaft geändert werden muss.

Damit können Unternehmen flexibler auf folgende Situationen reagieren:

  • Lieferengpässe
  • schwankende Rohstoffverfügbarkeit
  • unterschiedliche Lieferantenqualitäten
  • Preisveränderungen
  • saisonale Verfügbarkeit
  • alternative Inhaltsstoffe
  • kurzfristige Produktionsanpassungen

Die Materialsubstitution kann kontrolliert und dokumentiert erfolgen. Das erhöht die Flexibilität in Einkauf und Produktion, ohne die Nachvollziehbarkeit der tatsächlich eingesetzten Rohstoffe zu verlieren.

4. Integrierte Laborumgebung

Für Unternehmen, die eigene Produkte entwickeln oder bestehende Rezepturen regelmäßig optimieren, steht eine integrierte Laborumgebung zur Verfügung.

Diese unterstützt sowohl die Produktentwicklung als auch die Qualitätskontrolle.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • Entwicklung neuer Rezepturen
  • Dokumentation von Versuchsreihen
  • Anpassung von Inhaltsstoffen
  • Überprüfung physikalischer Eigenschaften
  • Überprüfung chemischer Eigenschaften
  • Definition und Kontrolle von Zielwerten
  • Vergleich verschiedener Rezepturvarianten
  • Übergang einer freigegebenen Laborrezeptur in die Serienproduktion

Das Labormodul ermöglicht außerdem sogenannte Was-wäre-wenn-Analysen. Damit lassen sich Rezepturvarianten simulieren und vergleichen, bevor Änderungen tatsächlich in die Produktion übernommen werden.

So kann beispielsweise untersucht werden, wie sich der Austausch eines Inhaltsstoffs auf Kosten, Zusammensetzung, Produkteigenschaften oder Zielwerte auswirkt.

5. Prozessstücklisten mit Zwischen- und Endprodukten

Prozessfertigung besteht häufig aus mehreren Produktionsstufen.

Ein Rohstoff wird beispielsweise zunächst zu einem Zwischenprodukt verarbeitet. Dieses Zwischenprodukt fließt anschließend in eine weitere Produktionsstufe ein und wird später als Endprodukt abgefüllt oder verpackt.

Mit dem Modul können solche mehrstufigen Strukturen abgebildet werden.

Unterstützt werden unter anderem:

  • Rohstoffe
  • Zwischenprodukte
  • Halbfabrikate
  • Endprodukte
  • Nebenprodukte
  • Verpackungskomponenten
  • Verbrauchsmaterialien
  • mehrstufige Produktionsprozesse

Die Materialflüsse bleiben dadurch auch bei komplexen Herstellungsprozessen transparent.

Verbrauchsmaterialien können zudem separat berücksichtigt und kostenmäßig verrechnet werden.

Produktionsplanung und Produktionssteuerung

6. Integration in die Materialbedarfsplanung

Die Prozessfertigung ist in die Materialbedarfsplanung von Haufe X360 eingebunden.

Produktionsbedarfe können dadurch unter anderem aus folgenden Informationen abgeleitet werden:

  • Kundenaufträge
  • Verkaufsprognosen
  • Mindestbestände
  • aktuelle Lagerbestände
  • offene Bestellungen
  • bestehende Produktionsaufträge
  • verfügbare Rohstoffe
  • geplante Liefertermine

Auf dieser Grundlage kann das System ermitteln, welche Produkte hergestellt und welche Rohstoffe beschafft werden müssen.

Die Verbindung zwischen Vertrieb, Einkauf, Lager und Produktion ermöglicht eine bedarfsorientierte Planung ohne getrennte Datenbestände.

7. Chargen- und Teilchargenproduktion

Produktionsmengen können als vollständige Chargen oder als Teilchargen geplant und ausgeführt werden.

Das ist beispielsweise relevant, wenn:

  • eine Gesamtmenge auf mehrere Maschinen verteilt werden muss
  • Maschinen unterschiedliche Kapazitäten besitzen
  • die Produktion in mehreren zeitlich getrennten Durchläufen erfolgt
  • verschiedene Verpackungsvarianten aus derselben Grundmenge entstehen
  • Zwischenprodukte separat weiterverarbeitet werden
  • unterschiedliche Produktionsstandorte oder Ressourcen beteiligt sind

Größere Chargen können entsprechend den Kapazitäten von Maschinen, Arbeitsplätzen oder weiteren Ressourcen in kleinere produzierbare Einheiten aufgeteilt werden.

8. Automatisierte Batch-Optimierung

Das Modul unterstützt die Koordination mehrerer Produktionsaufträge und die Optimierung der Chargenplanung.

Dabei können unter anderem berücksichtigt werden:

  • Kundenanforderungen
  • gewünschte Liefertermine
  • verfügbare Produktionskapazitäten
  • Maschinenbelegung
  • Materialverfügbarkeit
  • Verpackungsgrößen
  • Produktionsreihenfolgen
  • bestehende Produktionsaufträge

Ziel ist es, Produktionsaufträge sinnvoll zu bündeln und vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen.

9. Flexible Produktionsprozesse

Neben der regulären Chargenproduktion lassen sich auch besondere Produktionssituationen abbilden.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Nacharbeit
  • Aufteilung einer Charge
  • Trennung von Produktionsmengen
  • Umverpackung
  • Neuverpackung
  • zusätzliche Verarbeitungsschritte
  • Erzeugung von Zwischenprodukten
  • Umgang mit Produktionsverlusten
  • Erfassung von Ausschuss
  • Erfassung von Nebenprodukten

Damit können auch Abweichungen vom ursprünglich geplanten Standardprozess innerhalb des Systems dokumentiert werden.

Super Batch: Mehrere Produktionsaufträge intelligent bündeln

Eine besondere Funktion des Moduls ist das sogenannte Super-Batch-Management.

Ein Super Batch bündelt mehrere zusammenhängende Produktionsaufträge, die auf derselben Rezeptur basieren, unter einem übergeordneten Produktionsvorgang.

Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn aus einer gemeinsamen Grundrezeptur mehrere Endprodukte oder Verpackungsvarianten entstehen.

Beispiel

Ein Unternehmen produziert eine Grundmischung mit einer Gesamtmenge von 5.000 Kilogramm.

Diese wird anschließend aufgeteilt in:

  • 500-Gramm-Packungen
  • 1-Kilogramm-Packungen
  • 5-Kilogramm-Gebinde
  • Großgebinde für Geschäftskunden

Anstatt jede Verpackungsvariante vollständig getrennt zu planen, kann die gemeinsame Herstellung über einen Super Batch koordiniert werden.

Das System unterstützt dabei:

  • Zusammenführung mehrerer Chargenaufträge
  • übergeordnete Planung einer gemeinsamen Rezeptur
  • automatische Berechnung der Gesamtmengen
  • Verwaltung von Sub-Batches
  • Steuerung von Zwischen- und Endprodukten
  • Zuordnung unterschiedlicher Verpackungsgrößen
  • Optimierung von Produktionsreihenfolgen
  • Echtzeitübersichten zu Planung und Auslastung

So können gemeinsame Produktionsschritte gebündelt und Verpackungsvarianten dennoch getrennt verfolgt werden.

Produktionsdurchführung und Dokumentation

10. Digitale Wiegeblätter

Die korrekte Dosierung von Rohstoffen ist ein entscheidender Faktor in der Prozessfertigung.

Das Modul unterstützt digitale Wiegeblätter beziehungsweise Wiegescheine für die Materialbereitstellung und Dosierung.

Damit kann dokumentiert werden:

  • welcher Rohstoff verwendet wurde
  • aus welcher Charge der Rohstoff stammt
  • welche Sollmenge vorgesehen war
  • welche Istmenge tatsächlich eingesetzt wurde
  • wann die Verwiegung erfolgt ist
  • welchem Produktionsauftrag das Material zugeordnet wurde
  • ob Abweichungen aufgetreten sind

Dies verbessert die Nachvollziehbarkeit und reduziert Fehler durch handschriftliche oder separat geführte Dokumentation.

11. Detaillierte Produktionsanweisungen

Produktionsmitarbeiter können klare Anweisungen für die einzelnen Prozessschritte erhalten.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Reihenfolge der Arbeitsschritte
  • zu verwendende Rohstoffe
  • benötigte Mengen
  • Maschinen- und Ressourcenzuordnung
  • Zeitvorgaben
  • Temperaturvorgaben
  • Misch- oder Ruhezeiten
  • Prüfanforderungen
  • Sicherheits- und Qualitätshinweise
  • Kontrollpunkte
  • Checklisten

Die Checklisten helfen dabei, sicherzustellen, dass notwendige Produktionsschritte vollständig und in der richtigen Reihenfolge durchgeführt werden.

12. Automatische Produktionsdokumente

Für die Chargenherstellung können Produktionsdokumente automatisiert bereitgestellt werden.

Diese können beispielsweise Informationen enthalten zu:

  • Produktionsauftrag
  • Rezeptur und Rezepturversion
  • eingesetzten Rohstoffen
  • Rohstoffchargen
  • Soll- und Istmengen
  • Produktionsschritten
  • Prüfungen
  • Abweichungen
  • Ausschuss
  • Produktionsverlusten
  • erzeugten Endproduktchargen

Damit entsteht eine durchgängige Dokumentation des Produktionsprozesses.

13. Produktionsverluste und Ausschuss

In der Prozessfertigung entsprechen die tatsächlich erzeugten Mengen nicht immer exakt der theoretisch berechneten Zielmenge.

Mögliche Gründe sind:

  • Verdunstung
  • Restmengen in Maschinen und Leitungen
  • Materialverluste beim Umfüllen
  • Qualitätsabweichungen
  • Ausschuss
  • Probenentnahmen
  • unterschiedliche Rohstoffbeschaffenheit
  • technisch bedingte Verluste

Das Modul unterstützt die Erfassung und automatische Berechnung von Produktionsverlusten auf mehreren Ebenen.

Dadurch können geplante und tatsächliche Ergebnisse miteinander verglichen werden. Dies verbessert sowohl die Nachkalkulation als auch die zukünftige Produktionsplanung.

Chargenrückverfolgbarkeit

14. Lückenlose Rückverfolgung von Rohstoffen und Endprodukten

Das Modul ermöglicht eine bidirektionale Chargenrückverfolgbarkeit.

Damit kann in beide Richtungen nachvollzogen werden:

Vom Rohstoff zum Endprodukt

  • In welchen Produkten wurde eine bestimmte Rohstoffcharge verwendet?
  • In welchen Produktionsaufträgen kam sie zum Einsatz?
  • Welche Endproduktchargen sind daraus entstanden?
  • Welche Kunden haben diese Produkte erhalten?

Vom Endprodukt zum Rohstoff

  • Welche Rohstoffe wurden für eine bestimmte Endproduktcharge verwendet?
  • Von welchen Lieferanten stammen diese Rohstoffe?
  • Welche Rohstoffchargen waren beteiligt?
  • Welche Zwischenprodukte wurden eingesetzt?
  • Welche Produktionsschritte wurden durchgeführt?

Diese Rückverfolgbarkeit ist insbesondere für Qualitätsprüfungen, Reklamationen und Produktrückrufe relevant.

Im Fall einer Qualitätsabweichung kann gezielter ermittelt werden, welche Chargen, Produkte und Kunden tatsächlich betroffen sind.

Qualitäts- und Compliance-Management

15. Qualitätsprüfung vom Wareneingang bis zum Endprodukt

Das Modul kann mit dem Qualitätsmanagement von Haufe X360 verbunden werden.

Dadurch lassen sich Prüfprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette abbilden:

  • Prüfung eingehender Rohstoffe
  • Quarantäne von Materialien
  • Freigabe oder Sperrung von Rohstoffen
  • produktionsbegleitende Prüfungen
  • Prüfung von Zwischenprodukten
  • Prüfung fertiger Chargen
  • Endproduktfreigabe
  • Dokumentation von Prüfergebnissen

Materialien oder Chargen können bei Bedarf zunächst in Quarantäne gehalten werden, bis die erforderlichen Prüfungen abgeschlossen sind.

16. Prüfplanung und COA-Erstellung

Das Qualitätsmanagement unterstützt automatisierte Prüfabläufe und die Erstellung von Qualitätsdokumenten.

Dazu gehören unter anderem:

  • Prüfpläne
  • Prüfmerkmale
  • Soll- und Grenzwerte
  • dokumentierte Prüfergebnisse
  • Freigabeentscheidungen
  • Quarantänesteuerung
  • Erstellung von Analysezertifikaten beziehungsweise Certificates of Analysis
  • Qualitätsberichte

Dies ist besonders relevant für Unternehmen, die ihren Kunden oder Aufsichtsstellen dokumentierte Qualitätsnachweise zur Verfügung stellen müssen.

17. Compliance-Berichte und Etikettierung

Für regulierte Branchen bietet das Modul Funktionen zur Erstellung von Berichten und Etiketten.

Damit können beispielsweise folgende Anforderungen unterstützt werden:

  • Chargenkennzeichnung
  • Produktetikettierung
  • Rohstoffnachweise
  • Qualitätsnachweise
  • Produktionsprotokolle
  • Rückverfolgungsberichte
  • Compliance-Dokumentation
  • Audit-Unterlagen

Haufe X360 nennt hier insbesondere Einsatzbereiche wie Lebensmittel, Pharma und Chemie.

Analyse, Kostenkontrolle und Echtzeitdaten

18. Kostenanalyse auf mehreren Produktionsebenen

Produktionskosten können auf unterschiedlichen Ebenen analysiert werden.

Dazu gehören:

  • Rezepturebene
  • Rohstoffebene
  • Zwischenproduktebene
  • Endproduktebene
  • Chargenebene
  • Verpackungsebene

Berücksichtigt werden können unter anderem:

  • Materialkosten
  • Produktionskosten
  • Verbrauchsmaterialien
  • Ausschuss
  • Verluste
  • Nacharbeit
  • Verpackungsmaterial
  • tatsächliche Ausbeute

Damit wird sichtbar, wie sich Änderungen an Rohstoffpreisen, Rezepturen oder Produktionsmengen auf die Wirtschaftlichkeit eines Produkts auswirken.

19. Geplante und tatsächliche Ausbeute vergleichen

Mit dem Ausbeute-Tracking können geplante und tatsächliche Produktionsergebnisse miteinander verglichen werden.

Mögliche Auswertungen sind:

  • geplante Produktionsmenge
  • tatsächlich produzierte Menge
  • Abweichung
  • Ausschussmenge
  • Verlustmenge
  • Ausbeute pro Charge
  • Ausbeute pro Produkt
  • Entwicklung der Ausbeute über einen Zeitraum

Dadurch können Unternehmen frühzeitig erkennen, bei welchen Produkten oder Produktionsprozessen wiederholt Abweichungen auftreten.

20. Echtzeit-Dashboards

Über Echtzeit-Dashboards können relevante Produktionsinformationen übersichtlich dargestellt werden.

Mögliche Kennzahlen und Informationen sind:

  • aktueller Produktionsstatus
  • offene Produktionsaufträge
  • geplante und tatsächliche Ausbeute
  • Chargenstatus
  • Materialverfügbarkeit
  • Maschinen- und Ressourcenauslastung
  • Qualitätsstatus
  • Produktionskosten
  • Abweichungen
  • wichtige Produktions-KPIs

So erhalten Produktionsleitung, Einkauf, Controlling und Geschäftsführung eine gemeinsame Sicht auf die aktuelle Situation.

21. Umfangreiche Berichtsfunktionen

Nach Angaben von Haufe X360 stehen mehr als 50 vorkonfigurierte Berichte für unterschiedliche Bereiche zur Verfügung.

Dazu gehören Auswertungen für:

  • Produktion
  • Qualität
  • Kosten
  • Chargen
  • Ausbeute
  • Compliance
  • Materialverwendung
  • Rückverfolgbarkeit

Dadurch können operative und kaufmännische Informationen gemeinsam ausgewertet werden.

Vollständig in Haufe X360 integriert

Ein zentraler Vorteil des neuen Moduls ist die durchgängige Integration in Haufe X360.

Die Prozessfertigung arbeitet nicht als separat angebundene Insellösung, sondern innerhalb derselben ERP-Umgebung.

Dadurch entsteht eine gemeinsame Datenbasis für:

  • Einkauf
  • Lieferanten
  • Rohstoffe
  • Lagerbestände
  • Chargen
  • Produktionsplanung
  • Produktionsaufträge
  • Qualitätsmanagement
  • Kundenaufträge
  • Finanzbuchhaltung
  • Kostenrechnung
  • Controlling

Wird beispielsweise ein Rohstoff in einer Charge verbraucht, kann sich dies direkt auf Lagerbestand, Materialverfügbarkeit, Produktionskosten und Finanzdaten auswirken.

Gleichzeitig können Kundenaufträge und Bedarfe in die Produktions- und Materialplanung einfließen.

Die offizielle Haufe-X360-Seite hebt insbesondere folgende Integrationsvorteile hervor:

  • einheitliche Benutzeroberfläche
  • gemeinsame Datenbasis für Material- und Finanzflüsse
  • Echtzeitdaten für Einkauf, Lager, Finanzbuchhaltung und Produktion
  • durchgängige Prozesse ohne Systembrüche

Welche Vorteile ergeben sich in der Praxis?

Weniger Excel und weniger manuelle Berechnungen

Rezepturen, Verpackungsvarianten, Mengen und Chargen werden zentral im System verwaltet. Dadurch müssen Informationen nicht mehr auf verschiedene Tabellen und Dokumente verteilt werden.

Weniger Übertragungsfehler

Daten müssen nicht wiederholt zwischen Einkauf, Lager, Produktion, Qualitätsmanagement und Buchhaltung übertragen werden.

Klarere Produktionsanweisungen

Digitale Dokumente, Wiegeblätter und Checklisten unterstützen eine standardisierte Produktionsdurchführung.

Schnellere Reaktion auf Veränderungen

Alternative Rohstoffe, angepasste Produktionsmengen und unterschiedliche Verpackungsvarianten lassen sich flexibler berücksichtigen.

Höhere Transparenz

Bestände, Produktionsstatus, Chargen, Kosten und Ausbeuten stehen auf einer gemeinsamen Datenbasis zur Verfügung.

Verbesserte Rückverfolgbarkeit

Rohstoff- und Endproduktchargen können in beide Richtungen nachvollzogen werden.

Unterstützung regulatorischer Anforderungen

Qualitätsprüfungen, Etiketten, Analysezertifikate, Produktionsprotokolle und Compliance-Berichte lassen sich in die Abläufe integrieren.

Bessere Entscheidungsgrundlagen

Echtzeitdaten und Dashboards ermöglichen eine schnellere Bewertung von Abweichungen, Kosten und Produktionsleistungen.

Beispiel für einen durchgängigen Prozess

Ein möglicher Ablauf innerhalb der integrierten Prozessfertigung kann folgendermaßen aussehen:

1. Kundenbedarf entsteht

Ein Kundenauftrag oder eine Absatzplanung erzeugt einen Bedarf für ein bestimmtes Produkt.

2. Produktionsbedarf wird ermittelt

Die Materialbedarfsplanung prüft Lagerbestände, bestehende Aufträge, offene Bestellungen und verfügbare Kapazitäten.

3. Rezeptur wird ausgewählt

Für das Produkt wird die freigegebene Rezepturversion verwendet.

4. Chargengröße wird berechnet

Die benötigte Menge wird anhand des Kundenbedarfs, der Maschinenkapazität oder der verfügbaren Rohstoffe berechnet.

5. Materialien werden bereitgestellt

Rohstoffe und ihre jeweiligen Chargen werden dem Produktionsauftrag zugeordnet.

6. Produktion wird durchgeführt

Mitarbeitende erhalten Produktionsanweisungen, Checklisten und digitale Wiegeblätter.

7. Ist-Mengen werden dokumentiert

Tatsächliche Materialverbräuche, Produktionsmengen, Verluste, Nebenprodukte und Ausschuss werden erfasst.

8. Qualitätsprüfung erfolgt

Zwischen- oder Endprodukte werden anhand definierter Qualitätsmerkmale geprüft.

9. Charge wird freigegeben

Nach erfolgreicher Prüfung kann die produzierte Charge für Lager und Verkauf freigegeben werden.

10. Kosten und Ausbeute werden ausgewertet

Geplante und tatsächliche Mengen sowie die entstandenen Kosten werden miteinander verglichen.

11. Rückverfolgbarkeit bleibt erhalten

Die Verbindung zwischen Lieferantencharge, Produktion, Endproduktcharge und Kundenauslieferung wird dokumentiert.

Für wen lohnt sich ein genauerer Blick?

Das Modul ist insbesondere interessant, wenn Sie heute bereits mit folgenden Herausforderungen arbeiten:

  • Rezepturen werden in Excel oder separaten Systemen verwaltet.
  • Produktionsmengen müssen regelmäßig manuell umgerechnet werden.
  • Unterschiedliche Verpackungsgrößen werden aus derselben Grundrezeptur hergestellt.
  • Chargeninformationen befinden sich in mehreren Systemen.
  • Rohstoffe müssen flexibel ersetzt werden können.
  • Zwischenprodukte und mehrstufige Produktionsprozesse sind schwer abzubilden.
  • Produktionsverluste und Ausschuss sind nicht ausreichend transparent.
  • Qualitätsprüfungen werden außerhalb des ERP-Systems dokumentiert.
  • Rückverfolgungsinformationen müssen manuell zusammengestellt werden.
  • Produktions- und Finanzdaten sind nicht direkt miteinander verbunden.
  • Kosten und Ausbeuten lassen sich erst mit deutlicher Verzögerung auswerten.
  • Für Audits oder Rückrufe müssen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengetragen werden.

Weitere Informationen auf der offiziellen Haufe-X360-Modulseite

Eine ausführliche Übersicht der Funktionen, Vorteile und Einsatzmöglichkeiten finden Sie auf der offiziellen Produktseite von Haufe X360:

:backhand_index_pointing_right: Zur Modulseite „Prozessfertigung“ von Haufe X360

Dort finden Sie unter anderem weitere Informationen zu:

  • Rezeptur- und Produktionsmanagement
  • Produktionsplanung und Produktionssteuerung
  • Stücklisten- und Materialverwaltung
  • Produktionsdurchführung und Dokumentation
  • Qualitäts- und Compliance-Management
  • Analyse und Controlling
  • Super Batch
  • Labormodul
  • Produktdatenblatt zur Prozessfertigung

Unser Fazit

Mit der integrierten Prozessfertigung erweitert Haufe X360 sein ERP um spezialisierte Funktionen für Unternehmen mit rezeptur- und chargenbasierten Produktionsprozessen.

Besonders relevant ist dabei die Verbindung aus:

  • Rezepturverwaltung
  • Chargensteuerung
  • Produktionsplanung
  • Materialverwaltung
  • digitaler Produktionsdokumentation
  • Qualitätsmanagement
  • Rückverfolgbarkeit
  • Kostenanalyse
  • Echtzeit-Auswertungen

Unternehmen können ihre Produktionsprozesse damit auf einer gemeinsamen Plattform mit Einkauf, Lager, Vertrieb, Finanzbuchhaltung und Controlling verbinden.

Das schafft eine durchgängige Datenbasis und kann dabei helfen, manuelle Arbeitsschritte, Medienbrüche und Fehlerquellen zu reduzieren.

Gleichzeitig bietet das Modul die notwendige Flexibilität, um mit unterschiedlichen Chargengrößen, Verpackungsvarianten, alternativen Rohstoffen, Zwischenprodukten und komplexen Qualitätsanforderungen umzugehen.

Sie möchten wissen, ob das Modul zu Ihren Produktionsprozessen passt?

Nicht jeder rezeptur- oder chargenbasierte Prozess ist identisch. Entscheidend ist daher, wie sich Ihre bestehenden Abläufe, Rezepturen, Qualitätsprüfungen und Dokumentationsanforderungen im System abbilden lassen.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Einordnung und betrachten gemeinsam mit Ihnen unter anderem:

  • Ihre aktuellen Produktionsprozesse
  • Ihre Rezeptur- und Chargenverwaltung
  • Ihre Anforderungen an Rückverfolgbarkeit
  • Ihre Qualitäts- und Freigabeprozesse
  • Ihre Material- und Produktionsplanung
  • Ihre Kosten- und Auswertungsanforderungen
  • mögliche Schnittstellen und Erweiterungen

Schreiben Sie uns gerne direkt hier im Forum oder nehmen Sie Kontakt mit unserem Team auf.

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