Checkliste: DB I/DB II nach Produkt/Artikel auswerten – Marge, Rabattlogik, Produktkosten, Portfolio-Steuerung (Haufe X360)

Für wen ist dieser Beitrag?

Für Produktmanagement, Vertrieb, Category Management und Verantwortliche, die über Sortiment, Preise, Rabatte und Produktkosten steuern.

Zielbild: Was soll die Auswertung leisten?

  • Deckungsbeiträge je Artikel/Produktlinie/Warengruppe sichtbar machen

  • Margenhebel identifizieren (Preis/Rabatt, Wareneinsatz, variable Kosten)

  • Portfolioentscheidungen fundieren (Push/Stop, Preisstrategie, Einkaufshebel)

Checkliste (Produkt-/Artikel-Sicht)

1) Granularität festlegen

  • Auswertung auf Artikel-, Warengruppen-, Produktlinien- oder Bundle-Ebene?

  • DB pro Transaktion (Beleg) oder aggregiert pro Periode?

2) DB-Definitionen für Produktsteuerung fixieren

  • Umsatzbasis: Listenpreis oder Nettoumsatz (nach Rabatten/Gutschriften/Bonifikationen)?

  • Variable Kosten (DB I): Wareneinsatz/Material + transaktionsbezogene Kosten (z. B. Versand je Auftrag, Provision, Payment)

  • DB II: produktnah zurechenbare Kosten (z. B. Kampagnenkosten je Produktlinie, Retourenkosten)

3) Produktkosten & Costing absichern

  • Wareneinsatz/Materialeinsatz artikelgenau und korrekt?

  • Bundles/Sets: definierte Kostenverteilung (Schlüssel, Komponentenlogik)

  • Retouren/Gutschriften: Zuordnung zum richtigen Artikel und Zeitraum

4) Preis- und Rabattlogik berücksichtigen

  • Rabatte, Skonto, Gutschriften vollständig im Umsatz abgebildet?

  • Preisänderungen nachvollziehbar (Versionen/Preislisten)?

  • Ausreißer-Check: extrem niedrige DB durch Sonderkonditionen

5) Produktmix und Vergleichbarkeit sicherstellen

  • DB-Veränderung: Preis/Menge/Mix unterscheiden (nicht nur „DB runter“)

  • Saisonlogik beachten (Vergleich mit passenden Perioden)

  • Kampagnen markieren (sonst DB-Schwankungen schwer erklärbar)

6) Portfolio-Steuerung operationalisieren

  • Top-/Flop-Artikel nach DB (nicht nur Umsatz)

  • Mindest-DB-Regeln definieren (Untergrenzen, Freigaben für Sonderpreise)

  • Maßnahmen ableiten: Preis, Einkauf, Sortiment, Bundle-Strategie

7) Betrieb & Ownership klären

  • Wer pflegt Produktstrukturen (Warengruppe/Produktlinie/Bundles)?

  • Wer verantwortet Produktkosten/Wareneinsatzlogik (Einkauf/Controlling)?

  • Monatlicher DB-Review: Ausreißer prüfen, Maßnahmen dokumentieren

8) Plausibilitätschecks (monatlich)

  • Stichproben: 5–10 Artikel/Belege „nachrechnen“ (Umsatz, Wareneinsatz, variable Kosten)

  • Abgleich mit GuV-Summen: Totale plausibel?

  • „Unklassifizierte“ Kosten identifizieren (sonst DB verzerrt)

Quickcheck (30 Sekunden)

  • Nettoumsatz inkl. Rabatte/Gutschriften sauber?

  • Wareneinsatz artikelgenau belastbar?

  • Bundles/Retouren sauber zugeordnet?
    Wenn nicht: erst Daten-/Zuordnungsregeln stabilisieren, dann DB-Portfolio steuern.